Dienstag, 17. Januar 2012

Gute Geister

Bereits im letzten Sommer habe ich den Roman "Gute Geister" von Kathryn Stockett gelesen und war von der Geschichte sehr fasziniert.

Sie spielt in den frühen 60er Jahren in Jackson, Missisippi, wo es üblich ist, dass dass farbige Frauen in weißen Haushalten arbeiten. Sie ziehen die Kinder ihrer Arbeitgeber auf, bedienen die Herrschaften von vorne bis hinten, schrubben, kochen, putzen das Silber und sorgen für nette, deliziöse Häppchen bei der Bridge-Runde - das alles für einen Hungerlohn und die Tatsache, dass sie nicht mal die Toiletten im Haus nutzen dürfen. Schließlich könnten adrette weiße Hinterteile sich ansonsten irgendwelche Krankheiten holen...

Der jungen Journalistin Skeeter, frisch nach Jackson heimgekehrt von der Uni und selber von einem afroamerikanischen Hausmädchen groß gezogen, missfällt das Verhalten ihrer Freundinnen und ihrer eigenen Mutter gegenüber diesen Frauen sehr. Als sie von einem Verlag aufgefordert wird, ein Manuskript einzusenden, entscheidet sie sich dafür, die Geschichte dieser Hausmädchen zu erzählen.
Obwohl die schwarzen Dienstmädchen zunächst wegen großer Skepsis und vor allem Angst nicht bereit sind, Skeeter von ihrem Leben zu erzählen, gelingt es ihr, deren Vertrauen zu gewinnen. Ans Tageslicht kommen nach und nach menschenunwürdige und unglaubliche Geschichten, die bei mir als Leser manche Träne der Traurigkeit und vor allem Wut über soviel Selbstgefälligkeit und Ignoranz der weißen Leute entlockt haben.

Immer mehr Hausmädchen kann Skeeter für ihr Vorhaben gewinnen und wirklich spannend wird es, als ihr Buch dann tatsächlich veröffentlicht wird!


Mir hat beim Lesen manches Mal regelrecht der Atem gestockt. Natürlich weiß man, dass farbige Menschen lange Zeit keinerlei Rechte hatte, aber da das zum Glück vor meiner Zeit war, kenne ich dieses Problem nur vom Hörensagen. In diesem Roman von Kathryn Stockett ist jedoch vieles so lebendig und hautnah beschrieben, dass ich mich häufig in einer Mischung aus unendlichem Mitgefühl für diese Menschen und Scham für die Weißen wiedergefunden habe.

Das Buch ist wirklich empfehlenswert und wer keine Lust auf Lesen hat, dem möchte ich den Film zum Buch ans Herz legen, der derzeit unter dem Originaltitel "The Help" im Kino läuft.
Seit langem mal wieder ein Film, von dem ich nicht enttäuscht war, nachdem ich zuerst das Buch gelesen hatte. Sehr authentisch, warmherzig und trotz des traurigen Themas auch humorvoll.
Trotzdem: nehmt Taschentücher mit!!! :)

8 Meinungen:

  1. Nun, "lange Zeit keine Rechte" hatten würde ich etwas untertrieben nennen.
    Ich habe mich vor Jahren intensiv mit dem "Thema" auseinander gesetzt, als ich viel über Martin Luther King las... das die Schwarzen letztlich dem Kennedy an die Macht verholfen haben.
    Alles höchstspannend UND sehr traurig. Schlimm.

    Ich habe den Film "Help" leider verpaßt im Kino, aber danke für diesen Hinweis auf das Buch. Das geht auf meine Bücher-Wunschliste.
    Kennst Du das wunderbare Buch "Die Bienenhüterin" von Sue Monk Kidd?
    Auch verfilmt, aber ich kenne nur das Buch. Klasse.

    Ich hoffe, es klappt mit dem kommentieren, da Bloggerland ja da gerade eine Störung hat.

    Grüße
    Oona

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  2. ..hu hu Britta,
    gerade beim Lesen denk ich mir noch, hab ich das nicht in der Kinovorschau gesehen ;o)
    Das würde mich beides anmachen Buch wie Film - kennst du das manchmal taugt einem gar kein Buch und beim anderen mal hat man Lesestoff zur Genüge. Grad bin ich mitten im "Beobachter" (Ch. Link)und dann hat mich noch eine Freundin eingedeckt mit frischen Exemplaren direkt aus dem Verlag.
    Ich hab mich übrigens soooooooo über deine Post gefreut, aber irgendwie hatte ich rund um Weihnachten vorher wie nachher einen ganz schönen Hänger und habe gar keine einzige Karte geschrieben :o(
    So ganz langsam kommen meine Kräfte wieder zum Vorschein, eine Grippe hat mich jetzt doch glatt auch noch total umgehauen, und schimmer war´s wohl deshalb, weil ich nicht auf die ersten Anzeichen gehört habe.
    Aber jetzt, geht´s wieder,
    keep your fingers crossed,
    HUGS
    Gabi

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  3. Liebe Oona,
    ja, ich weiß, dass meine Wortwahl da sehr untertrieben ist und das es - einfach ausgedrückt - ein Riesen-Schweinerei war, was zu diesen Zeiten abgelaufen ist (und ganz bestimmt auch heute noch nicht ganz ausgestanden ist). Aber ich mag hier immer nicht zu politisch werden - das gehört woanders hin!

    "Die Bienenhüterin" habe ich auch gelesen und gesehen - fand sowohl Buch als auch Film toll. Ich mag solche Büchr und Filme sehr gerne!


    Liebe Gabi,

    ja, manchmal ist der Stapel ungelesener Bücher riesig und man weiß gar nicht, was man zuerst lesen soll. Ich entscheide dann meist nach Buchcover..! ;)

    Hoffe, Du bist bald wieder gesund - gute Besserung!!!

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  4. oh britta! danke! ist sofort im warenkorb gelandet! film werd ich wohl (wieder) nicht schaffen, dafür war ich bei den chipmuks ;) und dem gestiefelten kater ;) und bald bei den muppets ;) und den fünf freunden ;)
    bin grad fertig mit "halbes leben", auch sehr gut.
    glg und danke für deine zeilen
    steffi

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  5. Und Zack! auf der Wunschliste! Danke :)

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  6. Liebstige Britta,
    also zunächst mal: deinen Mamaquilt finde ich wunderschön! Und nun zu den Buch- und Filmtipps: Was die "guten Geister" betrifft, da habe ich nur den Film The Help gesehen und war ähnlich betroffen vom Benehnmen mancher weißer "Ladies" und ähnlich angetan von der Umsetzung des Themas wie du. Die Bienenhüterin kenne ich wiederum nur als Buch (mochte ich auch sehr), hatte noch gar nicht mitgekriegt, dass es dazu auch einen Film gibt. Und was die "ziemlich besten Freunde" angeht, schön dass mein Posting dir quasi den nötigen Stups gegeben hat! Offensichtlich gibt es in letzter Zeit einige warmherzige, kluge und gut gemachte Filme - schön!
    Alles Liebe und auch deiner weißen Wuscheldame herzhafte Küschler und Büschler! trau.mau

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  7. Hallo,
    ich muss ehrlich sagen - ich habe mich hier ein bisschen umgesehen, und wenn ich sagen darf tolle Präsentationen. Ich finde du hast eine sehr großartige interessante Seite, und ich glaube ich brauche mehr Zeit und Ruhe um alles zu vertiefen. Toll das es solche Seiten gibt. Deshalb komme ich auch wieder und lasse erst einmal liebe Grüße hier.
    Ich wünsche Dir ein traumhaftes Wochenende mit viel Sonne im Herzen falls das Wetter nicht mitspielt.


    Mit freundschaftlichen Grüßen
    Monika

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  8. huch, hab ich zunächst gar nicht erkannt, ich habe "the help" gelesen und sogar de film gesehen, einfach wundervoll! wahre traurige zeitgeschichte ohne zeigefinger.

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