Dienstag, 29. November 2011

Aufgehübscht

Es ist schon einige Wochen her, da bekam ich eine sehr nette E-Mail von einer Mitarbeiterin der Firma Avandeo. Sie lobte meinen Blog hier über den grünen Klee worüber ich mich ja immer sehr freue, was mir aber auch immer ein paar rote Ohren beschert... und bot mir an, mir eins der tollen Wandbilder, die die Firma vertreibt, zu überlassen.

Ist das nicht toll?! Ich habe das Angebot natürlich freudigst angenommen und kurz darauf schon konnte ich mir mein Lieblingsmotiv auswählen.

Und genau DAS war das Problem!
Wenn ich im Restaurant die Speisenkarte studiere, dann ausgiebig. Und höchst unschlüssig! Habe ich nun gerade Appetit auf dieses? Oder doch eher Lust auf jenes? Lieber die Nr. 75? Oder doch einen Salat? Und werde ich wieder neidisch auf den Nachbarteller linsen, wenn ich mich für das falsche entschieden habe??

So ähnlich ging es mir mit den Bildern von Avandeo.
Lieber was buntes, pop-artiges? Eine Landschaft? Oder doch ein Bild mit mehr Bewegung? Und wo würde ich es aufhängen?
Zu meinem allergrößten Bedauern stand mein absolutes Traumbild nicht zur Wahl. Aber es gab eine lange Liste von Alternativen und nachdem ich mich endlich entschieden hatte, mit dem neuen Wandschmuck mein Büro aufzufrischen, war auch klar, dass es ein Schwarz-Weiß-Bild sein sollte.

Also bestellt und nach wenigen Tagen klingelte ein Kollege von Doug Heffernan und überbrachte mir ein riesiges Paket. Große Freude - und Riesen-Ernüchterung beim Auspacken... der Keilrahmen der Leinwand hatte den Transport nicht überlebt und war an zwei Stellen unreparierbar gebrochen. Damned!!!

Kurze Mail an Avandeo und ganz ohne Komplikationen überreichte mir ein Kurier wenige Tage später ein neues Paket - diesmal mit gänzlichem Inhalt! *freu*


Nun hängt in meinem Büro eine stattliche Leinwand in der Größe von 120 x 80 cm. Eine stimmungsvolle SchwarzWeiß-Fotografie des chinesischen Fotografen Yuan Rui, die sich prima an der Wand macht.

An Avandeo nochmals herzlichen Dank für dieses tolle Geschenk!

Und an Euch die dringende Aufforderung, sich die Website des Unternehmens mal anzusehen. Gerade gibt es einige wirklich tolle Bilder zum Sonderpreis! Wenn ich ja ein paar mehr freie Wände hätte...

Sonntag, 27. November 2011

"Sie können hier jetzt nicht spazieren gehen!"

sagt die weißhaarige Dame im dunkelblauen Kostüm zu mir, als ich meiner Oma und ihrem Lebensgefährten in die Cafeteria des Seniorenheimes folge. Dabei schaut sie Frau Schmitt, die ich an der Leine führe, in einer Mischung aus Missbilligung und Neugier an. 
Ich dagegen gucke die Frau ein wenig verwirrt an - hatte mir doch wenige Minuten zuvor eine Pflegeschwester mit lachenden Augen Herzlosigkeit vorgeworfen, als ich überlegte, den Hund während unseres Mittagessens im Zimmer meiner Oma zu lassen. "Der kennt doch hier gar nichts, da wird der ganz traurig. Nehmen Sie den mal schön mit zum essen!"
Und nun wird mir das von ihrer Kollegin verboten?

Eine Mitarbeiterin der Cafeteria, die das wohl beobachtet hat, kommt zu uns, fordert mich lächelnd auf, meiner Oma an den Tisch zu folgen - mit Hund! - und sagt zu der blau gekleideten Dame "Und Sie setzen sich schnell an Ihren Tisch, Frau Seibert. Da erwartet man Sie schon!"
Bei der Essensausgabe klärt sie mich dann auf, dass Frau Seibert früher Lehrerin war und heute demenzkrank ist. "Da versucht sie manchmal noch, für Ordnung zu sorgen."

Als ich an diesem Wochenende meine Oma und ihren Lebensgefährten in ihrem neuen Zuhause besuche, lerne ich einige demenzkranke Menschen kennen. Es ist nicht meine erste Begegnung mit dieser Krankheit, doch mit jedem Mal erschrickt sie mich aufs neue. 
Das Seniorenheim, in der meine Oma und ihr Willi nun wohnen, verteilt sich auf 4 Etagen, alle sind verbunden durch ein hübsch gestaltetes Atrium. Auf einer Etage gibt es eine große Vogelvoliere, von der man eifriges Gezwitscher durchs ganze Haus hört. Auf einer anderen Etage treffe ich auf ein großes Terrarium, in dem drei hübsche, langhaarige Kaninchen wohnen. Überall gibt es sehr schöne Pflanzen, kleine Sitzecken, Bücherregale, und pünktlich zum ersten Advent ist das ganze Haus weihnachtlich geschmückt. 
Trotzdem ist mir ständig bewusst, dass meine Oma nun im Seniorenheim wohnt und ständig huscht mir "Die letzte Station" durch den Kopf.


Seit 6 Wochen lebt sie nun hier. Ihr Zimmerchen ist klein und darum hat sie nur wenige private Dinge aus ihrer Wohnung, in der sie 33 Jahre gelebt hat, mitbringen können.
Sie selber sagt, sie habe es sich so ausgesucht, sich gut eingelebt und genieße es tatsächlich, sich nun um nichts mehr kümmern zu müssen. Sie muss nicht mehr kochen und putzen, wird von sehr freundlichem Pflegepersonal umhegt und fühle sich wohl.
So wirklich kann ich das kaum glauben. Meine Oma war immer sehr auf ihre eigene Ordnung bedacht und auch ihre Eigenheiten hat sie ausgiebig und gerne gepflegt. Ich hatte immer den Eindruck, dass es nur wenige Menschen gibt, mit denen sie sich auf einer Stufe sieht, oft hatte sie einen etwas überheblichen Zug an sich, wenn Leute um sie herum eine andere Bildung haben oder einfach nur anders leben als sie.
Und nun will sie sich wohl fühlen zwischen all den Menschen, mit denen sie sich nicht mehr "normal" unterhalten kann?
Andererseits bin ich froh, dass sie versucht, sich zu integrieren und sich in ihrem neuen Leben einzurichten. Es mag egoistisch klingen, aber es nimmt mir ein bisserl dieses "Schreckgespenst Abstellgleis" - zumal kaum eine andere Möglichkeit bestanden hätte, da unsere Lebensräume nicht nur 320 Kilometer trennen.

Frau Schmitt spendet an diesem Tag im Seniorenheim einfach durch ihre pure Anwesenheit Freude. Es ist wahnsinnig schön für mich, zu sehen, dass durch fast apathisch wirkende Gesichter ein Lächeln zieht, wenn ich mit dem Hund durch die Räume gehe oder auf einen Kaffee mit meiner Oma im Gemeinschaftsraum der Etage sitze. Viele liebevolle Hände strecken sich meinem Fellmonster entgegen und sie genießt die Streicheleinheiten, während sie ganz schnell herausfindet, dass unter den Stühlen der streichelnden Hände der ein oder andere Krümel zu finden ist.

Ich beobachte längere Zeit eine Dame im apricotfarbenen Pullover, die unermüdlich am Geländer des Atriums auf und ab marschiert. Dabei redet sie unaufhörlich und das wenige, das man versteht, klingt sehr nach Schimpftirade. Meine Oma erzählt mir, dass auch diese Frau demenzkrank ist. Wenn man sie anspricht, erzählt sie, dass sie bald wieder nach Hause fährt zu ihrer Mama und ihrer Tante. Vorher war sie nun aber noch auf dem Friedhof, dort musste schließlich gegossen werden, macht ja sonst keiner.
Obwohl ich diese Frau gar nicht kenne, macht mich das Gehörte sehr traurig - oder ist der Segen dieser Krankheit etwa doch, dass man irgendwann unweigerlich in ein Stadium kommt, wo man in seiner eigenen Welt lebt und das Drumherum kaum mehr mitbekommt?
Als wir später auf dem Weg zu Omas Zimmer an dieser Frau vorbei kommen, bleibt sie strahlend vor Frau Schmitt stehen, beugt sich zu ihr herunter und sagt mit ganz klarer Stimme "Na, wer bist Du denn? Wen besuchst Du denn hier?"
Ich habe nie an der Bedeutsamkeit von Therapiehunden gezweifelt - nun erlebe ich hautnah, wie wertvoll Tiere hier sind. Das macht mich widerum richtig glücklich und vor lauter Freude knuddel ich meinen Hund in Omas Zimmer erst mal ordenltlich durch!

Es ist ein Tag voller Höhen und Tiefen für mich.
Ich erlebe sehr engagiertes Pflegepersonal und ein schönes Haus, in dem man sich wohl fühlen kann. Ich freue mich für Willi, meinen "Ersatz-Opa", der vor 10 Tagen ein hübsches Zimmer gleich gegenüber dem meiner Oma mit einem großen  Panoramafenster und wunderschönen Blick auf die Stadt bezogen hat. Setze mich mit ihm raus auf den riesigen, überdachten Balkon, wo wir händchenhaltend reden und schweigen und raus in die Natur schauen, die Willi so sehr liebt.
Als ich ihn frage, ob er sich auch eingelebt habe in diesem neuen Zuhause und er antwortet "ich habe ja keine Wahl" - da zieht sich mein Herz wieder zusammen...

Ziemlich ermattet fahre ich mit Schmitti am späten Nachmittag ins Hotel.
Wir machen noch einen schönen Spaziergang entlang der Nagold, durchpusten tut nun so gut!
Den Abend beschließe ich mit Pizza, Bier, viel zu vielen Zigaretten und einem winzigen Fernseher auf dem Hotelbett.

Als ich heute vormittag nochmal bei meinem beiden Seniorenheimlern vorbeischaue, bevor ich den Heimweg antrete, weiß ich, dass es gut war, hier gewesen zu sein.
Sie haben sich gefreut, mich zu sehen, haben die Zeit genossen. Und auch ich habe neben all diesen merkwürdigen Gedanken im Kopf ein entspanntes Gefühl im Bauch.

Dienstag, 15. November 2011

Komisches Gefühl...

Eben habe ich ein Hotelzimmer in Süddeutschland für das übernächste Wochenende gebucht.
Dort habe ich auch im Mai schon mal geschlafen, weil ich mich endlich befreien wollte von diesem "Ich krieg keine Luft!-Gefühl" beim Besuch meiner Oma.
Damals haben wir ihren 90. Geburtstag gefeiert und ich bin erstmals seit Jahrzehnten einigermaßen gerne in diese hässliche Stadt gefahren, weil ich wusste, dass ich den Abend / die Nacht nur mit mir und Frau Schmitt verbringen konnte. Kein unruhiger Schlaf in Omas Ehebett, keine die Nacht durchbrennende und mich nervende Salzstein-Lampe auf dem Nachttisch, kein Wecken morgens um 7 Uhr ("Mein Mädchen, wann wollen wir denn endlich frühstücken???"), keine Morgentoilette zwischen Gebissglas und Senioren-Badewannensitz...
Frei! Herrlich!!!

Vielleicht hätte ich das ein bisserl anders empfunden, wenn ich gewusst hätte, dass das mein letzter Besuch in der Wohnung meiner Oma sein würde. In der Wohnung, in der sie lebte seit ich etwa 10 war und die mir immer viel zu vollgestopft war mit den Erinnerungsstücken ihres Lebens und den kreativen Machenschaften ihres Rentnerdaseins. Die Wände voll mit selbstgemalten Aquarellen und alten Familienfotos. Im Küchenschrank unzählige selbstgetöpferte Tassen. Ein riesiges Orchester aus schaurig-schönen Erzgebirgs-Engelchen, die ganzjährig auf Omas monströser Stereo-Anlage standen.
In jedem Blumentopf, von denen es unzählige in Wohnung und Garten gibt, ein Blumenstecker mit ach so niedlichem Motiv wie Schmetterling, Gans, Frosch oder lustigem Schlenkerarm-Männchen. Rund um ihren Schreibtisch, auf den meine Oma sich zum 80. Geburtstag voller Stolz ihren selbst geschenkten Computer stellte, hingen bunte Ausdrucke von Fotos, die sie sich mit ihren Internet-Freundinnen hin und her schickte. Man konnte nicht nur Marthas blühenden Rosenstrauch in Argentinien auf diesen Papieren bewundern, sondern auch das frische Enkelkind von Johanna, das in der Schweiz lebt, und den Geburtstagskaffee von Traudel im Kreise derer Familie. Und natürlich ahnen, dass auch die eigenen Fotos, die man der Oma mailte, ihren Weg durch die Welt gemacht haben.

Meine Oma hat gerne so gelebt. Sie liebte ihre Wohnung mit all den Erinnerungsstücken.
Und ich habe - halb im Spaß, halb im Ernst - immer geschimpft "Wenn Du mal stirbst, müssen wir einen Riesen-Container besorgen für all den Kram, den Du hier angesammelt hast!"
Bei meinen letzten Besuchen hat sie mich immer wieder gefragt, ob es nicht irgendwas in ihrer Wohnung gäbe, das ich gerne mitnehmen möchte. Das habe ich immer verneint, weit von mir geschoben, weil es bedeutet hätte, zuzugeben dass das Leben endlich ist.
Und obwohl mein Verhältnis zu meiner Oma eher gespalten ist, ist das doch ein Gedanke, dem ich nicht gerne nachgegangen bin.

Nun lebt sie nicht mehr in dieser Wohnung.
Nach einem Sturz im Frühjahr und einer aufwendigen Operation im Spätsommer, was beides mit sich brachte, dass sie unbeweglicher wurde, hat sie von sich aus beschlossen, in ein Seniorenheim zu ziehen. Und das nun mehr oder weniger Hals über Kopf.
Seit 4 Wochen hat sie ein kleines Appartment in einem Heim über der Stadt, ihre alte Wohnung wird erst in der kommenden Woche von einem Entrümpler (den sie selber organisiert hat) ausgeräumt.Weder mein Onkel, noch ich werden damit "Arbeit" haben und obwohl ich mich jahrelang gefragt habe, wie wir das bewerkstelligen sollen, ist es mir nun ein komisches Gefühl, es nicht zu tun.
Noch komischer ist es, nun im Hotel schlafen zu MÜSSEN und nicht mehr auf Omas Eckbank in der Küche sitzen zu können und Laugenbrezel zu frühstücken.


Als ich meiner Oma heute morgen vorgeschlagen habe, sie wochenends in ihren neuen vier Wänden zu besuchen, hat sie sich merklich gefreut. Und ich, ich habe irgendwie einen Kloß im Hals, sie in diesem nun tatsächlich letzten Lebensabschnitt zu besuchen.

Donnerstag, 10. November 2011

Sorgen & Nöte

Getreu dem Motto von Walter Röhrl -

"Man kann ein Auto nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - 
ein Auto braucht Liebe!"

- geht es offensichtlich heiß her in manchen Internet-Foren.

Lamborghini Forum:
Windgeräusche bei 330 km/h, ich weiß nicht weiter!

Audi A8 Forum:
Wo kann ich meine Rolex reparieren lassen?

Fiat Forum:
Hallo? Bin ich der einzige hier?

Mercedes C-Klasse Forum:
Mein Mercedes ist Sonntag beim Brötchenholen nass geworden - Was tun?

MX-5 Forum:
So ein Hinterwäldler-Assi in einem VW Touareg ist mir übers Auto gefahren.

VW Touareg Forum:
Mir klemmt ein MX-5 unterm Chassis. Wie kriege ich den wieder raus?

Renault-Forum:
Verkaufe Monatskarte - Auto früher als erwartet aus Werkstatt zurück.


Bentley Forum:
Ich habe heute den Aschenbecher benutzt. Wie ersetze ich ihn?

Porsche-Cayenne-Forum:
Verbrauch unter 40L/100km - Motorschaden?

Smart Forum:
Motorradmotor eingebaut: Endlich mehr Leistung!

Camaro Forum:
Meine Freundin hat mit meinem Bruder und seiner Frau geschlafen. Wie kann ich sie umbringen? Ich bin vorbestraft und gehe keinesfalls wieder zurück in den Knast!

Mustang Forum:
So ein Schwachkopf im Civic hat heute versucht, mich zu überholen.

Civic Forum:
So ein Schwachkopf im Mustang hat heute versucht, mich zu überholen.

Opel Forum:
Mein Corsa hat keinen Rost! EHRLICH! (Thema gelöscht von Admin).

Mazda MX-5 Forum:
Darf ich als Mann ein Frauenauto fahren?

BMW M3 Forum:
Wo zum Teufel krieg ich Golf 3-Außenspiegel her?

Viper-Forum:
Smart im Ansaugtrakt! Wie kriege ich den da wieder raus?

Ford Fiesta-Forum:
Hilfe - ich habe eine Nähmaschine unter der Haube!

Seat Marbella Forum:
Konnte heute mit einem LKW mithalten!

Honda-Forum:
Mein Integra hört bei 9000 Touren auf zu drehen - Motorschaden?

Honda CRX Forum:
Hilfe, der Hund meines Nachbarn schläft in meinem Auspuff. Kann ich den Motor starten?

BMW 3er E36-Forum:
Wo gibst beste fett krass Döner in Stadt?

Hummer Forum:
Hab' mir heute die Stoßstange verbogen. 24 Verletzte, 10 Tote.

Montag, 7. November 2011

Klassisches Missverständnis

Er (fast schon ehrfurchtsvoll): "Der Wein wurde von Gote besprochen!"
Sie (genervt): "Du weißt doch, dass ich diesen Esoterik-Kram hasse!"

Dienstag, 1. November 2011

I ♥ Pinterest

Wie schön, wenn andere so tolle Ideen haben und man die einfach abgucken kann! :)


Diesen Kranz habe ich bei Pinterest entdeckt - also ab in Wald und Keller, Eichelmützchen, Strohkranz und Heißkleber zurechtgelegt und drauf los geklebt. Jetzt auf dem Foto sehe ich die ein oder andere Lücke, die da nicht sein sollte... Schlamperei! :)
Zu meiner Verteidigung darf ich sagen, dass ich kein einziges Eichel-Hütchen mehr übrig habe - und mir der Kranz trotzdem gefällt!!