Freitag, 29. April 2011

Crochet Ducks

Hier ist es momentan herrlich ruhig - Frau Schmitt und ich genießen eine freie Woche und lassen Füße und Seele baumeln. Damit Ihr dabei vor Langeweile nicht einschlaft, zeige ich Euch mein aktuelles Machwerk, das ich bereits im November angefangen habe und das so laaaaangsam Formen annimmt.
Wenn mir vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, dass ich mal ein Decke häkeln werde, hätte ich laut gelacht und dem Prophezeier einen Vogel gezeigt - aber die Zeiten ändern sich und ich habe festgestellt, dass Grannys häkeln eine wunderbar entspannende Sache ist!


Zugegeben - von Decke ist das Ding noch weit entfernt. Als Hundedecke würde es knapp durchgehen - da es die aber nicht werden soll, stehen mir wohl noch viele Entspannungsübungen bevor... Omm! :)

Apropos Vogel - heute nachmittag habe ich eine äußerst amüsante Geschichte in der Nachbarschaft erlebt.
Während ich in der Sonne einen Balkon-Kaffee genoss, hörte ich eine Ente ziemlich aufgeregt rumgackern. Gleichzeitig lief eine Nachbarin sehr hektisch auf ihrer Dachterrasse auf und ab, bewaffnet mit einem großen Zinneimer. Ich konnte nichts genaues sehen, aber es war recht deutlich, dass sie hinter irgendwas (irgendwem?) herlief. Während ich noch überlegte, was sie da treibt und die Ente nun nicht nur wild gackerte, sondern ebenso wild und im Tiefflug durch die Gegend flog, sah ich eben jene Frau mit besagtem Eimer auf der Straße stehen und unsicher in den Himmel schauen.
Dass zwischen ihr und der Ente eine Verbindung bestand, merkte ich dann daran, dass die Ente wild schimpfend direkt über ihren Kopf hinweg flog und die Frau den Eimer in die Luft streckte und der Ente ein hilfloses "Hier!" hinterher rief.

Nur Minuten später jagte sie wieder über ihre Terrasse, immer den Eimer in der Hand und sich nach etwas bückend. Die Ente kreiste weiter mit lautem Geschnatter.
Dann war die Nachbarin wieder aus meinem Blickfeld verschwunden, um Sekunden später wieder auf der Straße aufzutauchen (Mannomann, muss die eine Kondition haben..!). Und dann entete schwante mir, was los war!
Sie kippte den Eimer nämlich vorsichtig in ein Gebüsch, hinter dem sich ein Garten befindet, in dem der Lautstärke nach zu urteilen auch gerade die Ente unterwegs war - und heraus plumpsten lauter kleine Entenküken.

Dummerweise war eins - ich nehme an, das war schon oben auf der Terrasse das störrische, das sich nicht einfangen lassen wollte - sehr vorwitzig und rannte anstatt in den Garten in Richtung Pizzeria... Die wilde Jagd der armen Frau ging also wieder von vorne los - diesmal begleitet von einigen Nachbarskindern, die neugierig hinzu gekommen waren. Dass die Aktion erfolgreich war, konnte man kurze Zeit später lauthals hören - Mutter Ente und die menschlichen Kids freuten sich gleichermaßen, das Entlein in den Garten gelotst zu haben!

Hier die Terrasse, auf der die Entlein offensichtlich geboren wurden. 3. Etage - nicht gerade die günstigste Höhe, um gesund flügge zu werden!


Da der Rhein von hier nur 50 Meter Luftlinie entfernt liegt, haben wir im Frühjahr immer wieder ein paar kesse Entenpaare, die sich die unmöglichsten Orte zum brüten suchen. Man kann feststellen, dass Enten irgendwie doch ein Ründchen doof sind - oder habe ich einfach nur die falsche Sichtweise?
Aber was nützen Brutstätten in luftiger Höhe, wenn man die Kinderleins nachher nicht heil ans Wasser bekommt???

Auf meinem Balkon - nein: in meinem Blumenkasten! - haben sie es vor ein paar Jahren auch schon versucht. Aber sorry, so weit geht meine Tierliebe dann doch nicht. Enten machen Dreck und Krach und verteidigen nicht gerade zimperlich ihre Kinder.
Die Dame hat also umgehend die Kündigung für ihr Appartment bekommen!

Sonntag, 24. April 2011

Sonnige Ostertage!

Der Gründonnerstag begann für mich nicht nur mit dem letzten Arbeitstag vor einer laaangen Urlaubswoche, sondern vor allem mit einem wunderbaren Geschenk!


Bei der Quilt-Königin Renate habe ich ein selbst(!)bemaltes Osterei gewonnen und wenn Ihr es Euch anseht, werdet Ihr verstehen, dass die Freude darüber riesengroß ist, nicht wahr!
In natura ist es noch viel faszinierender - ich finde es einfach unglaublich, dass jemand in der Lage ist, so akurat feine Muster zu malen! (Renate ist eh eine wahre Künstlerin - wer ihn noch nicht kennt, sollte unbedingt mal in ihren Blog schauen!!!)

Liebe Renate, auch hier nochmal mein herzlichster Dank für diese schöne Überraschung - das Ei wird nun gehütet wie ein Schatz und ich hoffe, viele Jahre Freude daran zu haben!!!


Eine kleine Heerschar Hasen hat es sich auf meiner Fensterbank gemütlich gemacht - allerdings sind zwei der Langohren schon ausgezogen und ich konnte nur die verbliebenen zum Familienfoto nötigen. Ein kleines Kuckucksei hat sich darunter gemischt, aber das fällt kaum auf, oder?! :)


Frau Schmitt sind Hasen so ziemlich egal - solange sie aus Stoff oder Gips sind und nicht unverschämterweise schneller als sie vor ihr davonhoppeln. Den Karfreitag hat sie also zum ausgiebigen Sonnenbad genutzt, sich zwischendurch vom Fraule etwas bespielen und von Mama Nicht-Schmitt verwöhnen lassen - um anschließend in einen tiefen Dornröschen-Schlaf zu fallen.


Es ist allerdings nicht übermittelt, welcher Prinz sie wach geküsst hat...

Euch allen schöne Ostertage - habt eine tolle, entspannte Zeit bei diesem sonnigen Wetter!!!

Donnerstag, 14. April 2011

Nomen est omen?!

Am Telefon meldet sich eine Frau. Stimmlich geschätzes Alter: Mitte Zwanzig, stimmlich geschätzte Stimmung: Nervös. Sehr nervös.

"Hans Hase Immobilien, Sjklgdfhf am Apparat. Kann ich bitte den besten Chef von allen sprechen?"
"Tut mir leid, der ist heute nicht im Haus!" antwortet Frau Nicht-Schmitt. Und fügt - wohlwissend, dass es sich bei besagter Immobilienfirma um den Verwalter des ehemaligen Büros handelt (schlaues Mädchen!) - hinzu: "Kann ich Ihnen stattdessen weiterhelfen?"

"Nein!" kommt es wie aus der Pistole geschossen. "Ich müsste schon den besten Chef von allen persönlich sprechen", sagt sie mit gehetzter Stimme und ich kann regelrecht hören, dass Frau "Sjklgdfhf" jetzt am liebsten Fingernägel kauen würde.

Nun kann die Anruferin natürlich nicht ahnen, dass es in manchen Fälle weitaus sinnvoller ist, direkt mit Frau Nicht-Schmitt zu reden. Die hat nämlich von solchen Dingen wie Mietzahlung, Klopapierkauf und Rechnungen schreiben echt Ahnung, während der beste Chef von allen sich einfach darauf verlässt, dass irgendwer das schon machen wird. Punkt.
Also versucht Frau Nicht-Schmitt der aufgeregt klingenden Dame sanft beizubringen, dass sie im Bilde ist.

"Es geht doch sicher um das Büro in der Anderlechter Straße, nicht wahr? Da hatten wir Ihnen doch einen Brief geschrieben wegen der noch ausstehenden Rückzahlung der Mietkaution."
(Dass das "wir" ein Ärzte-Wir oder in diesem Falle ein Bester-Chef-von-allen-wir ist, das in der Regel "Du machst das schon!" bedeutet, behält Frau Nicht-Schmitt für sich. Sie möchte nicht verantwortlich sein für den Schock, den die Frau mit dem nicht verstandenen Namen bekommt, wenn sie erfährt, dass Frau Nicht-Schmitt Briefe im Namen des BCva (unter)schreibt!)

"Ääh... Anderlechter Straße.... ja, äääh... genau!" stottert die junge (?) Frau. "Da wollen Sie die Kaution zurück und... äääh... ich habe hier gar kein Mietkautionssparbuch... aber das Geld muss doch irgendwo sein und... ich weiß nicht... vielleicht weiß der beste Chef von allen... oder Sie... möglicherweise... wann haben Sie denn die Kaution hinterlegt und wohin und vielleichthabenSiejagarkeineKautionüberwiesensonderneineBürgschafthinterlegt" sprudelt es dann aus ihr heraus. Die Fragezeichen greifbar. Die Verzweiflung fühlbar. Die Stimme zitternd.
Wenn jetzt einer "Buh!!!" macht, weint sie!

Frau Nicht-Schmitt hat keinen Schimmer, wie das damals mit der Kaution lief. Zu lange her. Nicht persönlich betreffende Dinge werden nach einer gewissen Zeit von der Hirn-Festplatte gelöscht. Wozu gibt es Aktenordner, die solche Informationen aufbewahren?!

Ganz behutsam - bloß keine Tränen auslösen!!! - verspricht Frau Nicht-Schmitt also, sich schlau zu machen.
"Ich ruf Sie zurück, ja? Sagen Sie mir bitte nochmal Ihren Namen?"

"Selbst", antwortet die weinerliche Stimme angespannt. Und noch bevor Frau Nicht-Schmitt nochmal nachfragen kann, wiederholt sie: "Selbst - wie Selbst ist die Frau!"

Aaah ja...

Sonntag, 10. April 2011

Beautiful Sun-Day

Gleich ist es schon wieder vorbei, das sonnige Wochenende (geht es eigentlich nur mir so oder haben Wochenendtage tatsächlich noch weniger Stunden als normale Arbeitstage???) - vorher noch schnell ein paar Bildchen vom heutigen Sonntag.

Morgenspaziergang mit Frau Schmitt. Zunächst wie immer am Wasser vorbei, dann rein in den Ort, um ein paar Impressionen im Frühlingsmorgenlicht einzufangen.

Ja, auch das ist Köln - nichts zu sehen von lärmender Großstadt, was?!
Hier bin ich aufgewachsen (auf einem der Bilder ist auch mein Elternhaus zu sehen - rate mal!) und immer wieder, wenn ich durch die Straßen schlendere, merke ich, wie verbunden ich mich mit der ganzen Umgebung fühle. Ich find´s einfach herrlich hier!


Anschließend gab es wieder mal Frühstück bei Uli - mit dem leckersten Milchkaffee auf dem schönsten Balkon im Kölner Süden. Ich sitz so gern dort, es gibt immer was zu schauen - und wenn es nur die Wellen des Rheins sind, die mal ganz träge, mal von dicken Schiffen aufgewühlt ans Ufer schwappen.
Urlaubsfeeling! :)

Mittwoch, 6. April 2011

Es ist passiert...

Wochenlang habe ich den Mittwochs-Markt gegenüber meines Büro-Fensters total links liegen lassen. Jede Menge hübsche Blümeleins, frisches Obst und Gemüse, leckere Fisch- und Käse-Stände... nix, was ich mittwochs wirklich dringend benötige. Klar, gebrauchen kann ich vieles - aber wirklich benötigen... nö!

Als ich heute mittag von meinem Chiropraktiker-Termin zurückkam, hatte ich die glorreiche Idee, dem brav im Büro wartenden Hund einen leckeren Knochen vom Markt-Metzger mitzubringen.
Am ersten Stand kaufte ich jede Menge Bellies und Traubenhyazinthen. Am nächsten monströse Artischocken fürs Abendessen.

Der dritte Stand faszinierte mich am meisten. Herrlichste Klamöttchen bot der an, sommerlich-luftige Tops, Shirts, Blusen, Hosen und, und, und... Und das zu Preisen, die es unmöglich machen, daran vorbei zu gehen!


Leider blieb tatsächlich kein Geld mehr übrig für den Knochen... *hüstel*
Aber meine Einkaufsliste für nächsten Mittwoch, die liegt schon bereit!!

Sonntag, 3. April 2011

Lockende Wildnis

Monatelang waren die beiden Wasserschildkröten, die eigentlich bei meinem Paps im Garten wohnen, verschwunden. Für Winterschlaf war der Verschwinde-Zeitpunkt eigentlich noch zu früh und da Pauline im letzten Sommer schon mal ausgebüxt war und nur durch glücklich-zufällige Umstände ca. 20 km entfernt wieder aufgestöbert werden konnte (nein, sie war nicht so weit gelaufen - Pauline war zwei Gärten weiter gefunden und dann in einer Kettenreaktion von Nachbar zu deren Freunden zu deren Schwiegertöchtern weitergereicht worden), nahmen wir eigentlich an, dass Pauline und "der Andere" (das ist sein "Alias-Name", der echte ist nicht jugendfrei...) sich gemeinsam auf große Weltreise gemacht hatten.

Bei dem gestrigen, fast schon sommerlich anmutenden Wetter tauchten dann aber beide ganz überraschend aus ihrem Winterversteck auf und ließen sich die Sonne auf den Pelz Panzer scheinen.  


Da das Wasser im Teich momentan ziemlichen Tiefstand hat und beide Tierchen sich fürchterlich abgemüht hatten, um auf das Sonnendeck zu klettern, haben wir eine kurze Abkühlungsphase genutzt, um Krabbelhilfen auf das Brett zu schrauben. Allerdings waren Pauline und der andere dafür zu doof misstrauisch und versuchten stattdessen wieder Ewigkeiten, sich an der Teichfolie hochzuziehen.


Frau Schmitt fand das alles furchtbar merkwürdig - wie der Blick zeigt..!


Außerdem gibt es wieder Nachwuchs! Im Bach, der zum Teich läuft, wimmelt es von Kaulquappen. Das Wasser ist richtig in Aufruhr, zählen ist also unmöglich! ;)
Leider überlebt immer nur ein kleiner Teil dieser abertausenden Wuselwürmer. Viele schaffen es "dank" Vögeln und Fischen noch nicht mal bis zu dem Stadium, wo ihnen Füßchen wachsen. Und leider ist auch schon so mancher Mini-Frosch, der es doch bis dahin geschafft hat, dem Rasenmäher zum Opfer gefallen...